Daten und Fakten:

Staatsform: Republik

Regierungsform: parlamentarische Demokratie

Hauptstadt: Jerewan Amtssprache: Armenisch

Einwohnerzahl: ca. 3 Millionen Fläche: 29.800 km²

Währung: Der Dram (AMD)

Regierungschef: Premierminister Nikol Paschinjan

Religionen: 94% Prozent der Bevölkerung gehören dem orientalisch-orthodoxen Christentum an (Armenische Apostolische Kirche), der Rest der Bevölkerung gehört weiteren kleineren Religionsgemeinschaften an.

Geschichte, Geographie und Wirtschaft Armeniens

Kampf um Unabhängigkeit – eine Retrospektive

Während der gesamten Geschichte Armeniens zeichnete sich das Land und deren Menschen durch Standhaftigkeit sowie den unerbittlichen Kampf für die Unabhängigkeit aus. Um 301 n.Chr. wurde das Christentum unter der Herrschaft der Römer zur Staatsreligion ernannt. Trotz jahrhundertelangen Fremdherrschaft erhielt sich der Bezug zum Christentum. Ab dem 15. Jahrhundert geriet das Land zwischen die Fronten des Osmanischen Reiches und der persischen Safawiden. Am Ende des 18. Jahrhunderts mischten sich die Russen ebenfalls in die Herrschaft Armeniens ein. Russland verdrängte das Osmanische Reich in vielen Teilen Kleinasiens, dadurch fand in Armenien eine Art ‚Russifizierungspolitik‘ statt. Kirchen und Schulen Schließungen und das Verbot der Landessprache fielen mitunter die Russische Politik. Im Osmanischen Teil des Landes (Südwesten) fand die Verfolgung und der Genozid von Christen statt. Bei diesem Völkermord starben ca. 2 Millionen Menschen. 1922 wurden Armenien, Georgien und Aserbaidschan offiziell Teile der UdSSR. Der westliche Teil Armeniens wurde 1923 teil der heutigen Türkei. Armenien hatte sehr unter der Sowjetisierung zu leiden vor allem unter der Einführung einer Planwirtschaft und der Abschaffung von Privateigentum. 1988 erlitt die nördliche Region ‚Lori‘ der armenischen SSR ein schweres Erdbeben, welches infrastrukturelle Schäden, wirtschaftliche Defizite, vor allem aber auch viele Menschenleben forderte. Im selben Jahr wuchs die Unabhängigkeitsbewegung und es folgte die Unabhängigkeit von Aserbaidschan, welche im selben Jahr im Krieg zwischen den  beiden Ländern resultierte. Bis heute ist der völkerrechtliche Status im Kriegsgebiet ‚Berg-Karabach‘ zwischen den beiden Ländern nicht geklärt. 1991 gewann Armenien die Unabhängigkeit von der Sowjetunion und wird fort an Republik Armenien genannt. Noch heute sind Defizite in der Entwicklung des Landes zu erkennen, welche auf die eigensinnige Führung der Sowjetunion zurück zu führen sind.

Armeniens Wirtschaft

In der Zeit der UdSSR war Armenien ein großer Exporteur von Elektroartikeln, Maschinenteilen, Textilien und chemischen Produkten. Diese Güter wurden jedoch nur an Mitglieder der UdSSR geliefert, weshalb die armenische Wirtschaft einen starken Einsturz nach der Unabhängigkeit erlitt. Noch heute gehört Russland zu den wichtigsten Importeuren und Exporteuren des Landes. Zusätzlich zerstörte ein Erdbeben in 1988 10% der gesamten Industrieanlagen. Nach der Liberalisierung der Wirtschaft setzte Mitte der 90er Jahre ein Wirtschaftswachstum ein was teilweise die 10% Marke überschritt. Trotz Beeinträchtigungen durch die Wirtschaftskrise 2008 gelingt es Armenien ein besseres Investitions- und Rechtsklima für ausländische Investoren zu schaffen. Heute arbeiten immer noch 45% der Bevölkerung im Agrarsektor, was signalisiert, dass Armenien noch viel Entwicklung in den sekundären und tertiären Bereichen vor sich hat.

Geographie Armeniens

Armenien ist ein Land vergleichbar mit der Größe von Brandenburg und grenzt insgesamt an fünf andere Länder. Armenien liegt in Vorderasien und ist geprägt durch Gebirge, 90% des Landes liegen in über 1000m Höhe. Im Norden grenzt Armenien an Georgien, im Westen an Aserbaidschan, im Süden an den Iran, im Südwesten an die aserbaidschanische Exklave Nachitschewan und im Westen an die Türkei.